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Geschichte

Über die Geschichte des Weingutes existieren zum Teil widersprüchliche Darstellungen. Nach der derzeitigen Literatur- und Quellenlage (s. u.) stellt sie sich, wie folgt, dar:

  • 1705 Offenbar gab es Grundstücksakten, die bis ins Jahr 1705 zurückreichten, auf   die sich der ehemalige Eigentümer Dr. Ing. Alfred Rau noch 1967 beziehen konnte.
  • 1714/15 Auf der Karte von Hans August Nienborg ist am Fuße des Ballbergs bereits ein Gebäude verzeichnet.
  • 1735 Für dieses Jahr wir als erster bekannter Eigentümer der Dresdner Ratsherr Klette genannt.
  • 1736 Ein Eigentümer namens Graßdorf oder Kreißig (welcher Name der richtige ist, war nicht zweifelsfrei zu klären).
  • 1773 Durch diesen Eigentümer jedenfalls  Anbau des doppelstöckigen Westflügels mit zusätzlichen Wohnräumen im Obergeschoss, ortsfester Weinpresse im Erdgeschoss und einem großen Gewölbekeller. Höchstwahrscheinlich geschah zu dieser Zeit auch der Stilwechsel vom Rokoko zum Klassizismus im Inneren und die Neugestaltung des Eingangsbereichs in der Frontmitte als Dreiecksgiebel (Aedicula-Form). Des Weiteren wird vermutlich zu diesem Zeitpunkt auch der Platanenplatz vor dem Haus zum Wenden ein- und ausfahrender Fuhrwerke angelegt und der Reiterstein neben der Durchfahrt gesetzt. (Nach anderer, unzutreffender Lesart werden diese Baumaßnahmen um 1850 dem späteren Eigentümer Christian Heinrich von Mangelsdorf, s. u., zugeschrieben.)
  • 1775 Eigentümer Geheimer Kriegsrat Schüßler.
  • 1792 Eigentümer General F. G. von Froeden. In seine Zeit fällt der Bau einer Scheune mit Kuhstall sowie eines unterirdischen Wasserspeichers („Wasserkeller“) mit einem aus einem Sandstein gehauenen Brunnentrog an der Ostseite des Weingutes. In diesen sind die Initialen des Generals F. G. v. F. und die Datierung 1796 gehauen, sodass für die Bauzeit die Jahre 1795/96 angenommen werden können.
  • 1826 Eigentümer Armee-Lieutnant Friedrich Ludwig Andreas Kötsch.
  • 1827 Gottlieb Ehrenfried Mittag, Königlich Sächsischer Lieutnant der Armee neuer Eigentümer im Zuge eines Zwangsverfahrens.
  • 1832 Eigentümer der Kaufmann Christian Heinrich von Mangelsdorf, der das Grundstück durch Zukäufe auf seine heutige Größe von 2,6 Hektar erweitert.
  • 1857 Eigentümer Carl Friedrich Rau, Gutsbesitzer, Landwirt und Stadtrat in Zwickau sowie Forstinspektor zu Wiesenberg, der die Immobilie an der damaligen Oberen Berggasse, heute Weinbergstraße, als Altersruhesitz erwirbt.
  • 1874 Eigentümer Paul Hermann Rau, Eisenbahningenieur und ältester Enkel von Carl Friedrich Rau. Durch ihn erfolgt 1887 der weitere Ausbau des Ostflügels: Der Zugang vom Hohlweg wird für eine neue Küche überbaut und die ehemalige als Trinkstübchen eingerichtet. Aufstockung des Kuhstalls für zwei Kutscherstuben (Architekten Gebrüder Ziller).
  • 1880er Jahre Erstes Auftreten der Reblaus.
  • 1889 Eigentümer Carl Alfred Rau, jüngster Bruder des Paul Hermann Rau. Zum Gedenken an seinen Bruder taufte er den Berg, den er von ihm geerbt hatte, auf den Namen „Hermannsberg“ um. Durch ihn erfolgte 1891 ein nochmaliger Umbau der Wohnung im Obergeschoss mit Anbau eines Balkons (Bauunternehmung F. W. Eisold).
  • 1907 Nach erfolgloser Bekämpfung der Reblaus Abriss der alten Weinpresse von 1773 und Umgestaltung der Press- und Gärkammern zu Wohnungen.
  • 1927 Eigentümer Dr. Ing. Hermann Alfred Rau, Sohn des Carl Alfred..
  • 1937 Beginn der Wiederaufrebung.
  • 1938/39 Nochmalige Umbauten im Obergeschoss.
  • 1945 Exodus der Familie Rau nach Westdeutschland.
  • 1993 Nach zwischenzeitlicher Nutzung als Wohnungen verfiel das Anwesen seit den 70er Jahren immer mehr. Dann, nach Restituierung an die Eigentümerfamilie, Verkauf der Immobilie durch die Gebrüder Bernd und Dr. Manfred Rau an den Dresdner Buchhändler Wolfgang Richter (Mittelbau und Westflügel inklusive der landwirtschaftlich genutzten Ländereien) sowie den Dresdner Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge (Ostflügel, heute als Wohnraum genutzt).
  • 1995 Beginn der zehn Jahre andauernden, umfänglichen Restaurierungen, im Zuge deren im Mittelbau barocke Illusions- und Landschaftsmalereien im Chinoiserie-Stil freigelegt und aufwendig restauriert wurden. Zusätzlich erhielt der Ostflügel auf der Hauskante zum Hohlweg einen durch den Radebeuler Bildhauer Detlef Reinemer gestalteten Eckstein („Theatermasken“).
  • 2002 Erwerb des Mittelbaus und  Westflügels inklusive der landwirtschaftlich genutzten Ländereien durch den Kunsthistoriker Prof. Dr. Rainer Beck.
  • 2004 September: Gründung des Weingutes DREI HERREN.
  • 2005 November: Eröffnung des Weingutes DREI HERREN.
  • Bis 2010 Sanierung und Neuaufrebung des Hermannsberges mit Erneuerung von mehr als 1000 m² Trockenmauern.

Quellen:

Handschriftliche Familienchronik, Titel: Der Hermannsberg, erstellt durch den ehemaligen Eigentümer Dr. Ing. Alfred Rau, 1967 (Privatbesitz Erlangen)

Stadtarchiv Radebeul

Stadtarchiv Coswig

Weingut DREI HERREN, Radebeul

Literatur:

Lieselotte Schließer (Bearb.), Edition Reintzsch (Hrsg.): Radebeul. Stadtführer durch Vergangenheit und Gegenwart, Leipzig 1996, ISBN 3-930846-05-5.

Georg Wulff ; et alt. (Red.): Winzerhäuser in Radebeul. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.): Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul, Radebeul 2003 (Online-Inhaltsverzeichnis (http://www.denkmalneuanradebeul.de/publikw.htm)).

Frank Andert (Red.), Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. 2. Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05, DNB 97909724X.

Volker Helas (Bearb.), Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Stadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen).SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3.

Matthias Donath, Jörg Blobelt (Fotos): Sächsisches Weinland. Historische Weingüter und Weinberghäuser im Elbtal. 1. Auflage. Redaktions- und Verlagsgesellschaft Elbland, Dresden 2010.

Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul, 24. Mai 2012 (Letzte von der Stadt Radebeul veröffentlichte Denkmalliste vor Ansiedelung der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Meißen).

Weinberg Herrmannsberg
Platanenplatz Radebeul
Steinschnecke Kulturdenkmal
Eingang Weingut Drei Herren